Japanischer Alkohol im Überblick: Alle Getränke, die Sie kennen sollten
Japan hat eine der reichsten und vielfältigsten Trinkkulturen der Welt. Viele Besucher kennen bei ihrer Ankunft Sake und japanischen Whisky, doch das gesamte Spektrum japanischer Getränke ist weitaus breiter — und es zu erkunden gehört zu den großen Freuden einer Japanreise. Hier ist Ihr Leitfaden zu allen wichtigen Arten japanischer Getränke.
Nihonshu (日本酒) — Sake
Sake, auf Japanisch korrekt Nihonshu genannt, ist Japans ikonischstes Getränk. Gebraut aus Reis, Wasser, Hefe und Koji-Schimmel reicht die Bandbreite von leicht und fruchtig bis reichhaltig und erdig. Sake wird gekühlt (reishu), bei Zimmertemperatur (hiya) oder erwärmt (atsukan) serviert, und die Temperatur verändert seinen Charakter drastisch.
Wichtige Begriffe:
- Junmai — Reiner Reis-Sake ohne zugesetzten Alkohol. Vollmundig und reichhaltig.
- Ginjo — Reis auf mindestens 60 % poliert. Leichter, aromatischer.
- Daiginjo — Reis auf mindestens 50 % poliert. Am raffiniertesten und feinsten.
- Nigori — Ungefilterter, trüber Sake. Cremig und leicht süß.
- Nama — Unpasteurisierter, frischer Sake. Muss kalt gelagert werden.
Die meisten Izakayas servieren Sake im Glas (gurasu), in einer kleinen Karaffe (tokkuri) oder als Ein-Becher-Portion (wan kappu). Scheuen Sie sich nicht, das Personal um Empfehlungen zu bitten — „osusume wa?“ funktioniert in jeder Bar.
Shochu (焼酎) — Japans Destillat
Shochu ist ein Destillat, das sich in Japan mengenmäßig besser verkauft als Sake und dennoch im Ausland relativ unbekannt ist. Hergestellt aus Süßkartoffeln (imo), Gerste (mugi), Reis (kome) oder sogar braunem Zucker (kokutō), hat Shochu typischerweise 25 % Alkohol — stärker als Sake, aber leichter als Whisky.
Shochu ist unglaublich vielseitig. Sie können ihn pur trinken, auf Eis, mit heißem Wasser (oyuwari), mit kaltem Wasser (mizuwari) oder mit Soda (soda-wari). Die Grundzutat gibt jedem Shochu seinen eigenen Charakter: Süßkartoffel-Shochu ist erdig und kräftig, Gersten-Shochu weich und mild, Reis-Shochu klar und fein.
Japanischer Whisky (ウイスキー)
Japanischer Whisky hat die Welt im Sturm erobert und zahlreiche internationale Auszeichnungen gewonnen. Inspiriert von der schottischen Whisky-Tradition, aber mit japanischer Präzision verfeinert, gelten Marken wie Suntorys Yamazaki und Hibiki sowie Nikkas Yoichi und Taketsuru heute als einige der besten der Welt.
Die beliebteste Art, Whisky in Japan zu trinken, ist der Highball (haibōru) — Whisky mit Sodawasser aufgegossen. Highballs finden Sie überall, vom Convenience Store bis zum Sternerestaurant. Er ist erfrischend, günstig und passt hervorragend zu japanischem Essen.
Japanisches Bier (ビール)
Bier ist das meistkonsumierte alkoholische Getränk in Japan. Die großen Brauereien — Asahi, Kirin, Sapporo und Suntory — produzieren hervorragende Lager, die spritzig, klar und perfekt auf die japanische Küche abgestimmt sind. Japan hat außerdem eine lebendige Craft-Beer-Szene (kurafuto biiru) mit Mikrobrauereien in fast jeder Region.
Umeshu (梅酒) — Pflaumenwein
Umeshu ist ein süßer, aromatischer Likör, der durch das Einlegen von Ume (japanischen Pflaumen) in Alkohol mit Zucker entsteht. Er ist zugänglich und köstlich und wird auf Eis, mit Soda oder pur serviert. Viele Familien in Japan setzen ihren eigenen Umeshu zu Hause an, und jedes Izakaya hat ihn im Angebot.
Chuhai (チューハイ) — Shochu-Highball
Chuhai ist Shochu, gemischt mit Sodawasser und aromatisiert mit Frucht — Zitrone, Grapefruit, Pfirsich, Traube und mehr. Chuhai aus der Dose vom Convenience Store ist enorm beliebt und günstig (etwa ¥150–¥200). Starke Varianten (ストロング) können 9 % Alkohol erreichen, also gehen Sie es langsam an.
Happoshu und „drittes Bier“
Japans komplizierte Biersteuergesetze haben alternative Kategorien hervorgebracht: Happoshu (bierähnliche Getränke mit wenig Malz) und „drittes Bier“ (daisanbīru), hergestellt aus anderen Zutaten, um niedriger besteuert zu werden. Sie sind günstiger als normales Bier und überall erhältlich. Der Geschmack variiert, aber Marken wie Kirin Nodogoshi und Suntory Kinmugi sind beliebt.
Awamori (泡盛) — Okinawas Spirituose
Awamori ist Okinawas eigenes Destillat, hergestellt aus Langkornreis nach thailändischer Art und schwarzem Koji-Schimmel. Es ist älter als Shochu und hat einen unverwechselbaren, leicht eigenwilligen Geschmack. Gereifter Awamori (kusu) kann eine bemerkenswerte Komplexität entwickeln. Wenn Sie Okinawa besuchen, ist er ein Muss.
Japanischer Craft Gin
Ein junger, aber explosiver Trend: Japanischer Craft Gin verwendet Botanicals wie Yuzu, Sakura, Sansho-Pfeffer, Gyokuro-Tee und Hinoki-Zypresse. Marken wie Roku (Suntory), Ki No Bi (Kyoto) und Nikka Coffey Gin haben internationale Anerkennung gewonnen. Viele Cocktailbars in Tokio und Kyoto führen japanischen Gin inzwischen prominent auf der Karte.
Wo Sie alles probieren können
Das Schöne an Japans Trinkkultur ist ihre Zugänglichkeit. Convenience Stores führen alles von Premium-Sake bis Craft Beer. Izakayas bieten die meisten Kategorien zu vernünftigen Preisen. Cocktailbars und Whisky-Bars sorgen für Premium-Erlebnisse. Und Stehbars (Tachinomi) lassen Sie breit probieren, ohne das Budget zu sprengen. Nutzen Sie barhop.jp, um Bars in Ihrer Nähe zu finden, und fangen Sie an zu entdecken.